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Drei-Quellen-Gemeinde Wurmsham - Wanderung auf der Spur des Wassers

von Redaktion

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Erkundung der Quellen von der Rott, der Bina und des Zellbaches

Wurmsham. „Wasser ist das wichtigste Lebenselement und das gilt es zu schätzen und zu schützen. Daher muss alles zusammenwirken, über Bodenständigkeit dies zu erhalten, sogar zu verbessern, für den Erhalt von Landschaft, Ökologie, Tier- und Pflanzenwelt.“ Dies legte der Landschaftsökologe Berthold Riedel der Wandergruppe nahe.

Über 60 Teilnehmer begrüßte Dritter Bürgermeister Siegfried Müller, der diese Wanderung für die Gemeinde Wurmsham mit der Ortsgruppe Oberes Vilstal/Rottquelle vom Bund Naturschutz organisiert hatte. Mit der Bürgermeisterin Maria Neudecker informierte er über die Rott-Tal-Radwege, die bis zur Mündung führen, mit dem Vilstal-Radwege verbunden und im Bayernnetz geortet sind. Auch erwähnten sie die Besonderheit der vorhandenen Wasserscheide zwischen Donau und Inn, die hier den Ursprung hat. Einen besonderen Gruß richtete sie an den Wanderführer Berthold Riedel und an die Baudirektorin Cornelia Reiff von der Ländlichen Entwicklung.

Ökologe Riedel betonte bei der, inzwischen vierten Wanderung, welchen Wert Wasserquellen und das Wasser als Lebensgrundlage überhaupt haben. „Früher wurden Quellen oftmals als geheimnisvoll bis zu heiligen Orten bewertet. Auch heute lege man in Gebieten mit Wasserknappheit mehr Wert auf das nasse Element. Hier sind die drei Quellen mehr bekannt geworden und die Rott ist davon die schönste und bekannteste. Sie fließt den Weg über 100 Kilometer bis zu Mündung in den Inn und dann zur Donau“. Über die Entstehung der Quellen ging Riedel auf 65 Millionen Jahre zurück. Gestein von den Alpen her schob sich auf Fließgewässer Richtung Bayerischer Wald und Franken. Als Untergrund blieben Kies, Ton, Lehm und Sand und aus diesen Schichten kommt Wasser in Form von Quellen hervor. Man nennt sie Hangschichtquellen, die typisch für Niederbayern sind. Aus den Quellaustritten wurden inzwischen oft Weiher oder Brunnstuben errichtet und leider, wie er bemängelte, wurde vieles austrainiert oder verrohrt. „Gerade die Quellbereiche mit Tümpeln geben ökologische Lebensräume für besondere Pflanzen und etwa 1 500 Arten von Lebewesen, von denen wiederum 500 davon Spezialisten sind. Bedauernswert ist allerdings, dass immer mehr davon aussterben“, argumentierte der Ökologe. Das Quellwasser habe eine Temperatur von sechs bis acht Grad, ist normalerweise rein und nährstoffarm. Erst im weiteren Verlauf der Bäche und Flüsse kommen Nährstoffe durch Eintragungen hinzu. Der fruchtbare niederbayerische Boden, Bodenbearbeitung, hoher Ackeranteil, Düngung, intensive Bewirtschaftung, Begradigung von Feldern und Bächen, Verrohrung von Gräben, Hanglagen, die zu Abschwemmung und Erosion neigen, verschmutzen durch deren Eintragungen die Gewässer und das Grundwasser. Daher forderte Riedel Rückhaltebecken, ob klein oder groß, Pufferspeicher zu errichten, intakte Bäche und Gräben zu intensivieren. „Jeder kann dazu beitragen, mit Wasser bewusster umzugehen, Wasser nicht überall schnell abzuleiten, Gespür für intakten Boden zu haben, und mehr auf die Landschaft zu achten – bodenständig zu sein“. Das sind auch die Anliegen der Behörden, die mit Anliegern zusammenwirken, um Gewässer rein zu halten.

Bei der Binaquelle befinden sich Weiher und Tümpel und dies sind wahre Lebensräume für Insekten und Tiere, wie Feuersalamander oder Libellen. Auch ist zu sehen, dass Erlenarten die Fichten verdrängt haben und außerdem sind Erlen bestens zur Uferbefestigung durch die tiefe Bewurzelung geeignet. Die letzte Etappe der mehrstündigen Wanderung führte zur Zellbachquelle, dessen Wasser ungewöhnlich von Ost nach West zur Vils fließt, nicht wie Rott und Bina von West nach Ost.

Quelle: Pressebericht in der Vilsbiburger Zeitung – Lokalteil Velden vom 08. Mai 2017

 

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