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Ein Festwochenende im Zeichen der Chormusik

von Redaktion

Archiv Velden
Archiv Velden

Wo man singt, da lass dich ruhig nieder – und sehr viele gesangsfreudige und musikliebende Gäste haben sich am Freitag im Saal des Gasthauses Maier eingefunden. Der seit 60 Jahren bestehende Chor Wurmsham-Seifriedswörth brachte einen Teil aus seinem reichhaltigen Repertoire zu Gehör und für alle Besucher waren die Gesangsdarbietungen des italienischen Chores „Coro Tre Torri“ ein Ohrenschmaus. Auch bayerische Tanzlmusik bereicherte den Gesangsabend.


Wann hat man schon die Gelegenheit, gerade in der ländlichen Gegend in und um Wurmsham, einen international auftretenden Chor aus Italien hautnah zu hören und zu erleben? Der Jubiläumschor von Wurmsham hat mit dem „Coro Tre Torri“ aus Tregnago im Illasital jedenfalls eine 35-jährige Partnerschaft mit wiederkehrenden Begegnungen in Niederbayern oder in der Cimberngemeinde, eingebettet in Kirschen-, Aprikosen- und Weinbaugebiete nördlich von Verona. Der Chor trat auch schon international auf, wie etwa in Barcelona oder im Petersdom in Rom. Die Gäste aus Oberitalien, unter ihnen auch Stefan Valde Gamberi, ein Parlamentarier der Region Veneto, wurden mit einem Stehempfang begrüßt.


Viele Cimbern-Gäste

„Grüß Gott, wir kommen von der Quelle der Rott“, so begann der gastgebende Chor mit dem eigenen Begrüßungslied, dem weitere Lieder aus dem reichhaltigen Repertoire folgten. 2. Vorsitzender und Gründungsmitglied Hans Tiefenbeck begrüßte die Gäste, darunter angesichts des ebenfalls an diesem Wochenende gefeierten 50-jährigen Bestehens des Cimbern-Kuratoriums namhafte Persönlichkeiten dieser Vereinigung: Vorsitzenden Jakob Oßner, Vorsitzenden Christian Ferstl von der Schmeller-Forschung, Dr. Josef Schmid, Dr. Jörg Ruthrof und Dr. Raphael Berger. Stellvertretender Landrat Alfons Satzl beglückwünschte den Jubiläumschor und in seinem Grußwort würdigte er den guten Gesang der Chöre, den er auch selbst praktiziere. Die Wurmshamer Bürgermeisterin Maria Neudecker ging auf den langjährigen Gesang des örtlichen Vereins ein, der auch über die Gemeindegrenzen hinaus fester Bestandteil im Gemeindeleben ist. Auch sie habe schon die Begegnungsfeiern mit den beiden Chören erleben dürfen, wünschte allen eine gesangsfreudige Zukunft und bedankte sich besonders bei den Vorstandsmitgliedern und Chorleitern. An beide Chöre übereichte sie Geschenke aus der Region. Aber auch sie bekam ein Gastgeschenk und die Chöre tauschten gegenseitig Geschenke aus.

Chorleiter Josef Tiefenbeck, selbst Gründungsmitglied und seit 45 Jahren Dirigent, stimmte mit seinen Sängern alte, neuere und typische Männerchorlieder an, wie zum Beispiel „Aba Rossknecht steh auf, hob a niglneis Haisal, Diridonda“. Da die Gäste auch Wein mitbrachten und ausschenkten gab es „Ein Hoch dem Wein“ und „Mal moya“ zu hören oder auch den schmissigen „Zottelmarsch“. Im Programm durften „Bora, bora“, kräftig gesungen vom „Brez“ (Josef Breiteneicher), und die Jodlereinlage beim Bergvagabunden-Lied von Ludwig Obermaier nicht fehlen.


Gemeinsames Lied

Besondere Aufmerksamkeit genossen natürlich auch die Liedvorträge des Chores „Tre Torri“, der jeweils ohne Notenmaterial singt. Der junge Dirigent Giovanni dal Molin zeigte volles Gesangseinvernehmen mit seinen Mannen, mal war der Gesang pianissimo, mal fortissimo bei den einzigartigen Klängen der Lieder, wie „Me Compare“, wo man den Hahnenschrei lautstark hört, oder „Ave Maria“ von Bepi de Malzi. Eigens für die cimbrische Feier wurden besondere Lieder in cimbrischer Sprache vorgetragen. Der Höhepunkt wurde allerdings mit dem Lied der Berge, „La Montanara“ von Pigarelli, erreicht. Dieses Lied wurde von beiden Chören gemeinsam gesungen und mancher Zuhörer stimmte mit ein in die allgemein bekannte Melodie. Vorsitzender Fernando Rosato vom Gastchor und auch Schriftführer Anton Schuder hatten mit den beidseitigen Übersetzungen viel zu tun, doch Gesang überwindet viele Verständigungshindernisse.

Das Gesangsprogramm wurde weiterhin bereichert mit echter Volksmusik von Karin Tiefenbeck mit ihren Kollegen von der „Weils uns gfreid-Musi“. Beide Chöre beteiligten sich am Samstag und Sonntag auch beim Gründungsfest der Cimberngemeinschaft in Velden.

Quelle: Vilsbiburger Zeitung - Lokalteil Velden vom 11. September 2019

Mehr Infos unter: https://www.cimbern-kuratorium-bayern.de/ 

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