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Eine botanische Rarität

von Redaktion

Bereits in den 1990er Jahren wurde das Hahnenfußgewächs beschrieben. Seit der Jahrtausendwende forschen botanische Vereine nach Standorten in Bayern. Im Jahr 2012 kam ein Hinweis von der Universität Tokio, welche die sehr seltene Art bei Erkundungen in der Gemeinde Wurmsham entdeckt hatte. Die Höhere Naturschutzbehörde lieferte die Wuchsort-Koordinaten. Bürgermeisterin Maria Neudecker konnte das seltene Gewächs zusammen mit Botanikern an zwei Stellen im Gemeindegebiet Wurmsham aufspüren und abnehmen.

Die Regierung von Niederbayern hat die Wiederansiedlung über das Artenerhaltungsprogramm fachlich und finanziell unterstützt. Samen der wenigen verbliebenen Pflanzen wurden für die Nachzucht abgenommen. Mitarbeiter der Diakonie in Landshut haben sie in ihrer Gärtnerei aus den im Gemeindegebiet Wurmsham abgenommenen Samen wieder zum Keimen gebracht Zum Auftakt des Pilotprojekts des Landschaftspflegebands Landshut „Blütezeit Landshut“ pflanzten Schüler und Schülerinnen der Grundschule Pauluszell und der Fachoberschule Landshut sowie Mitarbeiter der Diakonie Landshut unter Anleitung von Lisa Fleischmann den Goldschopfhahnenfuss auf einer Wiese im Eigentum der Gemeinde am Zellbach in Pauluszell gemeinsam aus.

Der Goldschopfhahnenfuß blüht von April bis Anfang Mai. Er wächst auf feuchten, mageren (Sumpf)Wiesen 15 bis 30 Zentimeter hoch. Mit bis 1,5 Zentimeter sind die Blüten etwas kleiner als bei den häuferigen Arten. Die Blütenblätter sind satt gelb und unterscheiden sich damit vom Scharfen Hahnenfuß). Er hat unter anderem fünf verschiedene grüne Blätter: Vom runden, einblätterigen bis zum fünfteiligen, gebuchteten Blatt. Die Frühjahrsblätter haben einen schmalen, drachenförmigen Mittelabschnitt (Drachenviereck). Es besteht ein abgestützter Spreitengrund im rechten Winkel zum Blattstiel. Die Nüsschen sind ca. zwei Millimeter groß und enden in einem hakigen Schnabel. Der Goldschopfhahnenfuss wird von Insekten besucht; bildet aber auch ohne Bestäubung Samen (genetisch mit der Mutterpflanze identische Klone). Es handelt sich um eine endemische Art, weil das Vorkommen fast ausschließlich an wenigen Standorten in Südbayern besteht.

Am Zugang zur Kneippanlage am Zellbach in Pauluszell informiert eine von Robert Behringer angefertigte Tafel über diese besondere und schützenswerte Pflanze. Bürgermeisterin Maria Neudecker ist es ein wichtiges Anliegen, den Goldschopfhahnenfuß vor dem Aussterben zu bewahren.

 

Fotos:

Der seltene Goldschopfhahnenfuß

Übergabe des neuen Informationsschildes von Robert Behringer an Bürgermeisterin Maria Neudecker

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