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Gemeinsam für den Erhalt einer äußerst seltenen Pflanze

von Franziska Höfelschweiger

Goldhahnenfuß (Aufnahme der Regierung von Niederbayern)
Goldhahnenfuß (Aufnahme der Regierung von Niederbayern)

Das Wort Hahnenfuß hat jeder schon mal gehört. Beim Wort „Goldhahnenfuß“ müssen wahrscheinlich schon einige passen. Aber den Namen des äußerst seltenen Goldhahnenfuß „Ranunculus auricomus basitruncatus“ werden nicht allzu viele Bürger jemals gehört haben. Kein Wunder, denn diese Art kommt nämlich im gesamten Landkreis Landshut nur in einem sehr kleinen Bereich im Gebiet der Gemeinde Wurmsham am Zellbach in Pauluszell vor. In ganz Niederbayern gibt es nur noch einen weiteren Standort. Man erkennt den Goldhahnenfuß an der Besonderheit mit seinen fünf verschiedenen grünen Blättern.

Um die Art zu erhalten wurden daher gezielt Maßnahmen ins Leben gerufen. So wurde vorbereitend für das Projekt Samen der wenigen verbliebenen Pflanzen einer Wiese Nähe Ostenthann entnommen und in der Gärtnerei des diakonischen Werks Landshut im Auftrag des Landschaftspflegeverbandes Landshut e. v. im Rahmen des Projektes „Artenanreicherung und gärtnerische Vermehrung in Stadt und Landkreis Landshut“ behutsam vermehrt.

Maßgeblich für den Erfolg dieser beispielhaften Projektes zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt war nicht zuletzt auch der vorherige Ankauf einer für Naturschutzzwecke geeigneten Fläche in Pauluszell durch die Gemeinde Wurmsham, welcher maßgeblich von der höheren Naturschutzbehörde an der Regierung von Niederbayern, beziehungsweise über Mittel des „Bayerischen Biodiversitätsprogrammes“ gefördert wurde. Ebenso wichtig ist die Bereitschaft des Pächters Josef Göbler, der die Fläche entsprechend der Vorgaben des Landschaftspflegeverbandes Landshut e.V. bearbeitet.

Kürzlich konnten insgesamt knapp 300 herangezogene Individuen dieser hochgradig seltenen Pflanzenart auf der gesicherten Ankaufsfläche unter der Regie des Landschaftspflegeverbandes Landshut e. V. und vor Ort unter fachkundiger Anleitung von Lisa Fleischmann die vermehrten Pflanzen von der Fachoberschule Schönbrunn (Fachrichtung Umweltsicherung)  zur Bestandssicherung ausgepflanzt werden. Motiviert durch Joachim Renner, dem fachpraktischen Ausbilder der Schule und unterstützt von Arbeitern der Gärtnerei des diakonischen  Werk Landshut wurden auch noch andere , für diesen Standort passende und landkreisbedeutsame Pflanzen, wie rauhaariges Johanneskraut , die seltene Sumpfschafgarbe und  an den eher trockeneren Standorten der Fläche Heilziest und die Heidenelke zur erfolgreichen Artenanreicherung  und für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt ausgepflanzt. „Die Mitgliedschaft im Landschaftspflegeverband Landshut e. V. ist für die Gemeinde Wurmsham ein echter Gewinn“, so Bürgermeisterin Maria Neudecker abschließend. Im Jahr 2018 konnten neben der aktuell genannten Maßnahme weitere Projekte, wie umfangreiche Obstbaumpflanzungen und die Anlage von standortheimischen Blumenwiesen zur Verschönerung der Gemeinde, gemeinsam verwirklicht werden, zeigte sich die Bürgermeisterin über die positiven Entwicklungen sichtlich erfreut.

Foto: Dritter Bürgermeister Siegfried Müller, Pächter Josef Göbler, Schülerinnen und Schüler der FOS, Kräuterpädagogin Lisa Fleischmann, Lehrer Joachim Renner, Bürgermeisterin Maria Neudecker

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