Fotolia-Lizenzfoto #

Mobilfunkausbau Bereich Wurmsham

von Redaktion

Zum Ausbau Sachstand der Mobilfunkversorgung im Gemeindebereich Wurmsham – Seifriedswörth hat der Gemeinderat vom Mobilfunkbeauftragten der Deutschen Telekom Technik GmbH für Bayern einen detaillierten Sachstand erhalten.

Nachdem langfristig kein Mobilfunkbetreiber einen eigenständigen Ausbau in Aussicht stellt, hat die Gemeinde Wurmsham auf ihren Antrag einen Bescheid zum Erhalt von Fördermitteln aus dem Bayerischen Mobilfunkförderprogramm erhalten. Als Ausgangspunkt wurde vorgebracht, dass der Gemeinderat über das Mobilfunkförderverfahren, die unterschiedlichen Suchkreise der Firmen Telekom und Vodafone, die Einigung zur Harmonisierung des Suchkreises auf den Bereich an der Gemeindeverbindungsstraße Niederwurmsham – Haag und die Suche nach einem geeigneten Grundstück umfassend informiert ist.

Frank Peter Käßler von der Deutschen Telekom teilte mit, dass der Ausbau der Mobilfunkversorgung Struktur braucht. Das Netz ist wabenförmig aufgebaut, so dass die Standorte der Sendeanlage nicht beliebig verschiebbar sind. Entscheidungskriterien sind unter anderem der Abstand zu anderen Standorten, die Topografie, die Zukunftssicherung, die Frequenznutzung, die Anzahl der Nutzer, die Wirtschaftlichkeit sowie die Infrastruktur mit Anbindung an Strom und Glasfaser. Die nächstliegende Bebauung sollte maximal einen Kilometer entfernt sein.

Ausgangsbasis für die Standortsuche und die staatliche Förderung ist die vom Freistaat Bayern erstellte Gebietskarte. Darin werden die Versorgungsbereiche aller Anbieter übereinandergelegt und als Ergebnis die „weißen Flecken“ ermittelt. Nur mit der festgestellten Unterversorgung konnte die Gemeinde Wurmsham in das staatliche Förderprogramm kommen. Es kann allerdings sein, dass ein Bereich von der Telekom nicht oder nicht ausreichend versorgt ist und dort ein anderer Netzbetreiber wirkt. Damit scheidet dieses Gebiet als „weißer Fleck“ aus.

Für die Gemeinde Wurmsham wurde mit dem Standort an der Gemeindeverbindungsstraße von Niederwurmsham nach Haag eine gemeinsame Lösung der Telekom und der Firma Vodafone gefunden. Für die Telekom ist dieser Standort alternativlos. Dass er an der Grenze zum Gemeindegebiet Oberbergkirchen steht, ist Zufall und ergibt sich in erster Linie aus der Topografie und dem Wabennetz. Theoretisch könnte die Gemeinde Messungen für die Suche nach anderen Standorten in Auftrag geben. Aus der praktischen Erfahrung ergeben sich in fast allen Fällen keine Änderungen, wobei für einen Standort außerhalb der Suchkreise mit keinem Netzanbieter eine Zusammenarbeit zu erwarten ist.

Der Referent empfahl für den Mast eine Höhe von 40 Meter, weil dadurch für Telefon und LTE im Gemeindegebiet Wurmsham eine weitreichende Verbesserung erreicht wird. Dies betrachtete er für die Gemeinde Wurmsham als „80 Prozent-Lösung“. Eine komplette Versorgung im Gemeindegebiet würde sich nur durch einen weiteren Mast erreichen lassen. Dafür gibt es jedoch keine Planungsabsichten eines Mobilfunkbetreibers und auch keine Förderung, weil dafür keine „weißen Flecken“ definiert sind. Ein höherer Mast als 40 Meter bringt nicht zwingend eine bessere Versorgung, hat technische Grenzen und ist auch eine andere Kostenfrage. Die in der Beratung von einigen Gemeindevertretern vorgeschlagene Verschiebung des Standortes nach Norden außerhalb der Suchkreise wird vom Zuwendungsgeber nicht akzeptiert und die Gemeinde findet dafür keine Partner als Netzbetreiber.

Über die derzeitige Versorgung und den Ausbaustand nach der Inbetriebnahme der geplanten Einrichtung informierte Herr Käßler anhand von Übersichtskarten. Der Mast kann entweder als Stahlgitterkonstruktion oder als Betonschleudermast konzipiert werden. Dies ist Sache der konkreten Ausschreibung, wobei ein Betonschleudermast teurer ist; jedoch weniger Abstandsflächen benötigt und filigraner wirkt.

Zur Strahlenbelastung verwies Frank Peter Käßler auf viele Untersuchungen und wissenschaftliche Abhandlungen. Demnach gibt es keine Belege für gesundheitliche Schädigungen durch Mobilfunk. Unstrittig ist jedoch, dass ein gutes Versorgungsnetz die Immissionslage verbessert, weil damit die Endgeräte nicht ständig auf der Suche nach Empfang sind. Ganz generell wird der Bedarf nach Mobilfunk noch weiter steigen. Eine gute Versorgung ist mittlerweile Teil der von der Bürgerschaft für notwendig erachteten Infrastruktur. Ohne eine gute Anbindung an Mobilfunk und LTE werden die betreffenden Gebiete auf Dauer Nachteile haben.

Zusammenfassend sah der Mobilfunkbeauftragte der Deutschen Telekom GmbH für die Gemeinde Wurmsham den jetzt geplanten Ausbau mittel- bis langfristig als einzige Alternative für die Verbesserung des Mobilfunks. Mit diesem Vorgehen werden deutliche Optimierungen erreicht, die allerdings keine Vollversorgung im gesamten Gemeindegebiet bedeuten. Die Gemeinde hat dabei eine gute Ausgangslage, weil sie die Zusage für die staatliche Förderung hat und zwei Mobilfunkanbieter ihr Interesse zur Zusammenarbeit signalisiert haben. Es gibt Kommunen, die trotz der Aufnahme in das Förderprogramm keinen Anbieter bekommen. Nach einer Einigung mit dem Grundstückseigentümer und den notwendigen Anträgen und Ausschreibungen wird es bis zu einer Inbetriebnahme noch etwa drei Jahre dauern, bis die Technik in Betrieb gehen kann.

Für Bürgermeisterin Maria Neudecker und den Gemeinderat waren die Ausführungen überaus aufschlussreich. Die Gemeinde wird als nächsten Schritt die Grundstücksverhandlungen fortführen und aufbauend darauf mit dem Mobilfunkzentrum Bayern das weitere Vorgehen festlegen. Die Bürgerschaft wird vor allen Umsetzungen laufend informiert. Dazu soll noch eine gemeinsame Versammlung stattfinden.

Zurück